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beatrice münger

im lauf der zeit

bilder, objekte und eine installation

 

IMG 2361

http://www.archivelikeyou.com/beatricemuenger

nach 15 jahren stelle ich wieder in biel aus. das regt zum innehalten an. rückblickend erscheint mir die ausstellung in der alten krone, in der ich landschafts- und birkenbilder zeigte, als ausgangspunkt meines künstlerischen wegs.


bis heute faszinieren mich karge landschaften, die erde, wasser und himmel in ihrer weite zu sehen geben. den horizont erlebe ich als kontinuum. manchmal wird diese horizontale von feinen senkrechten linien durchbrochen. die bäume sind marken in der landschaft, die uns an unsere eigene existenz erinnern. aus der auseinandersetzung mit horizontalen und vertikalen entstand eine vielteilige arbeit mit dem titel „horizontvariationen“. die kleinformatigen werke in öl auf holz zeigen auf– und absteigende horizonte.


von diesen unverstellten landschaften wendete sich mein blick zuweilen ganz dem himmel zu mit seinen wechselnden erscheinungsbildern. fast zeitgleich entstanden bilder mit steinen, wie wenn das sphärische festigkeit bräuchte.


in der folge der birkenstämme erkundete ich in meinen bildern geäst, laubwerk und dickicht. der himmel ist stets präsent, wobei vorder- und hintergrund auf irisierende weise gleichwertig erscheinen. am anfang malte ich ausschliesslich aus der erinnerung, inzwischen gehe ich meist von fotografischen vorlagen aus, die ich im malprozess etwa durch ausschnitte und färbungen abstrahiere. nicht immer ist das motiv am ende noch als solches erkennbar. parallel zu den arbeiten auf leinwand entstanden blätter in tusche oder bleistift auf seidenpapier. die papierarbeiten erweisen sich als möglichkeit, bäume abstrakter wiederzugeben. in meinen bildern gebe ich flüchtigen augenblicken und der dabei empfundenen stimmung eine dauer.


„wenn ich die gemälde betrachte, erinnere ich mich an landschaften und naturerscheinungen, obwohl ich das reale vorbild nie zuvor gekannt habe. die erinnerung gründet in meiner frühen kindheit. es hat mit dem staunenden reinen schauen des kleinkindes zu tun, wo formen, flächen, farben und das spiel von licht und schatten noch einfach „erschaut“ werden und noch kaum mit bedeutung und zuordnungen überlagert werden.“ dario donati, kurator, zürich


in dieser ausstellung zeige ich eine auswahl an baum-bildern der letzten jahre sowie einige objekte – nur leicht veränderte objets trouvés –, die mein staunen über das panoptikum natur vergegenwärtigen. neben der natur als wichtigste inspirationsquelle geben mir auch literatur, philosophie, musik und film impulse. davon zeugt eine installation aus seidenpapier, gedanken und worten, die mich begleiten.


beatrice münger. geboren 1959 in steffisburg bei thun. lebt und arbeitet in zürich