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heini stucki

pflanzen - plantes

Wer nachts seltsame Träume hat, tagsüber vertraute Dinge an ewig selben Orten verrichtet, sich manchmal fragt, ob er auch die Tür richtig zugeschlossen hat, weiß, wie schnelllebig und zur Erinnerungslosigkeit bestimmt die Bilder der Welt für einen sein können, gleichwohl wissend, dass doch das Sehen eine räumliche Orientierung und ein Erkennen von sich und Welt erst möglich macht.

Das Erkennen, Wiedererkennen und doch erst Bemerken, was es mit dieser uns so vertrauten Subjekt-Objekt-Beziehung auf sich hat, ist durchgängige Intention des 1949 in Bern geborenen und international bekannten Fotokünstlers Heini Stucki.

Noch während seiner ersten fünf Jahre auf dem Gymnasium bemerkte er sich reif für die Fotografie und die Kunst. Er studierte sie, halb wissenschaftlich, halb autonom, reiste durch Israel, Marokko und Frankreich und entdeckte, dass mit dem Fotografieren eine Wirklichkeit zutage treten kann, die nicht bloß Gegenstände zu zitieren weiß, sondern erzählt, von dem hier sein, von der Bedeutung, was es heißt, hier zu sein.

Die Seele, die dabei nicht selten verschmitzt, mit Humor, Ironie und Skepsis hervortritt, macht das Wirkliche erst zu unserer menschlichen Wirklichkeit, in dem sie unsere Beziehung zu ihr zeigt, mal mahnend, mal enttarnend, mal narrativ.

Die sogenannte Alltagsfotografie, wie vorschnell das Ablichten von Alltäglichem genannt wird, zeigt in den Händen und im Blick Heini Stuckis eben nicht das Profane, sondern das Numinose und Metaphysische der Wirklichkeit.

Eine Verehrung und Demut an das Sein und das Leben manifestiert sich in Stuckis Arbeiten – auch zu archäologischen Funden. Nicht um tot Vergangenes zu dokumentieren und zu katalogisieren, sondern das Staunen, das Entdecken, das Würdigen der Dinge in Zeit und Raum neu zu beleben.

Es darf da nicht wundern, dass so viel Erkenntnis zu den Dingen auch Liebe zu ihnen impliziert und Stucki leidenschaftlicher Naturschützer ist. Das Welt-umspannende ist ihm so vertraut und urwüchsig wie jeder Duft, jede Haptik und jede Sicht seiner Schweizer Heimat.

Über 50 Ausstellungen, Preise, Ehrungen deuten von dem Wirkungskreis seiner Arbeit wie seines Lebens und erinnern sein Publikum, dass die Suche nach der wirklichen Wirklichkeit zwischendurch tatsächlich auch ihr Ziel findet, und der Schöpfer beim Erbauen der Welt dies zwingend einkalkulieren musste.

(Text von Oliver Kumpf-Wilke)

 

HEINI STUCKI geboren am 25. oktober 1949 in bern

1949-63

primar- und sekundarschule in ins

1963-68

gymnasium biel

1968

erste fotos mit der rolleicord des vaters. besuch zweier fotoausstellungen von henri cartier bresson und leonardo bezzola in biel wirkt inspirierend. austritt aus gymnasium

1969

besteht aufnahmeprüfung in die fotoklasse in vevey. rs in losone. 4 monate kibbuz in israel. im herbst schulbeginn in vevey

1971

tod des vaters

1972

vorzeitiger austritt wegen unterschiedlicher fotografischer auffassung aus fotoklasse, vevey

1973

erste publikation von einer serie fotos im «du» von manuel gasser. arbeit in der jolimont-schule, erlach, von david tillmann. arbeit in den reben der bethesda in tschugg

1974

arbeitet als hilfsarbeiter im wald der gemeinde ins. reise mit barbara jaquemet nach wales. austritt aus der armee. erste fotoausstellung im kunsthauskeller, biel

1975

gründung einer familie mit barbara jaquemet. geburt von sohn sylvain

1976

geburt von tochter manon. kampf gegen die umweltzerstörung durch die meliorationen im grossen moos

1977-80

arbeit als foto- und naturkundelehrer an der jolimont-schule von david und regina tillmann

1978

umzug von ins nach neuenburg. beginn der archäologischen prospektion im seeland

1981

wiederum in ins wohnhaft. arbeitet hauptsächlich als freier fotograf. fotokursleiter am werkjahr biel bis 1997. lernt allen porter von "camera" kennen.

1984

anderfuhren stipendium der stadt biel und eidg. stipendium für angewandte kunst

1985

krise, neuorientierung, kontakte mit verschiedenen fotografen, hugo jäggi, roland schneider, franz gloor, mario del curto und armand deriaz

1985-91

gemeinsame foto-projekte mit mario del curto

1989

umzug nach tschugg

1990

fotopreis kanton bern für nidau-buch

1990-95

arbeitet viel für werbung, u.a. milchverband, srg, sbb, käseunion usw.

1993

kulturpreis der stadt biel, bronze vom art directors club schweiz, für fotos srg kulturbericht

1994

reise nach marokko

1995

wässermatteprojekt mit martin ziegelmüller

1996

reise durch die bretagne, cornwall, irland

1997-98

umzug nach biel. fotografische zusammenarbeit an projekt «emmental» mit margareta sommer

1987-97

fotokursleiter an verschiedenen instituten und schulen, u.a. gaf, fotoklasse zürich, schule für gestaltung biel (freikurse), werkjahr bie

1999

schaut nach neuen horizonten

2002-08

aus gesundheitlichen problemen beschäftigt sich heini stucki vermehrt mit zeichnen und malen

2006

film über heini stucki von beat borter „die kunst der exakten phantasie“ wird in der ganzen schweiz in den kinos gezeigt und im tv in der sternstunde

2008

erhält heini stucki den umweltpreis der grünen partei seeland

2009

erscheint das buch im herausgeberverlag von heini stucki «Ins, es war einmal ein dorf»

2009 – 10

buch und wanderausstellung über migration und integration in biel vom parcours culturel bienne mit fotos von heini stucki

2010

fotoperformance «der letzte kelte» galerie steiner, erlach

2010

weihnachtsausstellung biel/bienne

2011

erscheint das buch „wasserskorpion und riemenzunge. artenvielfalt und landschaft im seeland, bern beim kulturbuchverlag

2012

erscheint „belichtete schweiz: was fotografien über ein land erzählen“ eine sendereihe von heinz bütler und peter pfrunder, fotostifung schweiz, NZZ folio, NZZ format

2013

ausstellung in kairo „gezira art centre“ covering ones’s back, gruppenausstellung

2013

ausstellung im lago lodge, nidau

2014

ausstellung mit sabine burger „unterramsen“ in der alten brennerei unterramsen

2014

„bielersee“ buch im herausgeberverlag, grössere bildbeitäge über landschft und archeologie

2014

museum langenthal „wässermatten, eine chance für den oberaargau

2015

dürrenmatt im centre dürrenmatt, neuchâtel

 

 

 

einzelausstellungen:

1974

biel/bienne, kunstkeller des kunstvereins

1975

bern, kunstkeller

1975

vinelz, galerie vinelz, zerstörung der landschaft - zerstörung der seele

1976

wwf, mord im grossen moos (wanderausstellung)

1978

bern, galerie dorothee freiburghaus, heini stucki

1978

ins, galerie mühlegässchen, auf der suche nach dem verlorenen dorf

1979

neuchâtel, centre culturel, heini stucki

1981

nidau, photogalerie 11, heini stucki

1981

zürich, nikon galerie, ins

1982

solothurn, galerie schmiedengasse, heini stucki

1983

wien, stadthaus, fotografie 83

1984

bern, abbruchgalerie, heini stucki

1986

biel/bienne, photoforum pasquart, heini stucki

1987

lausanne, musée de l'elysée, heini stucki

1988

paris, centre culturel suisse, heini stucki

1988

reims, mai de la photo

1992

bern, schweizerisches literaturarchiv, dürrenmatts neuenburger labyrinth

1993

biel/bienne, museum schwab, gesichter und urgeschichten

1993

luzern, medienausbildungszentrum, wo radio und tv empfangen werden

1996

kladno, porada mala galerie sporitelny, kreise

1997

horacdovice, schweizertage

1998

siselen, galerie 25, heini stucki

1998

sutz, hommage aux lacustres

2000

biel/bienne, photoforum pasquart, heini stucki. indianerland

2001

biel/bienne, gewölbegalerie (im rahmen der bieler fototage), heini stucki

2003

biel/bienne, gewölbegalerie, heini stucki. fotografien, installation im ehgraben

2004

trubschachen, kambly

2006

biel/bienne, gewölbegalerie, aus dem archiv

2009

bern, raum am breitenrainplatz, menschen

2009

pardubize, techien,galerie fons

2012

biel/bienne, au joli mois de mai

2013

biel/bienne, au joli mois de mai

2014

biel/bienne, au joli mois de mai

2015

nidau, spritzenhaus

2017

biel/bienne, espace 38, pflanzen - plantes

 

gruppenausstellungen:

1980

neuchâtel, centre culturel neuchâtelois, photographie à coeur ouvert

1981

fribourg, musée d'art et d'histoire, 3ème triennale internationale de la photographie tip

1981

zürich, kunsthaus, junge schweizer fotografen. reportagen, konzepte, experimente

1983

bern, berner photo-galerie, berner fotografen

1984

bern, kornhaus, eidgenössisches stipendium für angewandte kunst

1985

zürich, nikon foto galerie, von der poesie der realität und der realität der poesie

1985

zürich, nikon foto galerie, man gave names to all the animals

1988

lausanne, musée de l'elysée, la grande chambre polaroïd

1988

olten, kunstmuseum, wo die eisenwege sich kreuzen

1991

lausanne, musée de l'elysée, nouveaux itinéraires. voir la suisse autrement

1995

bern, schweizerische landesbiblitohek, les rats de bibliothèque –

bibliothekmenschen ausstellung zu 150 jahren landesbibliothek

1995

langenthal, kunsthaus, wässermatten

1997

erlach, galerie steiner, sieben räume. sieben künstler

1997

siselen, galerie 25, seeland – sehland

1998

schwyz, forum der schweizer geschichte, schweizerisches landesmuseum, seitenblicke. die schweiz 1848 bis 1998. eine photochronik (wanderausstellung)

1999

emmental (wanderausstellung, 1999–2003)

1999

bern, kunstkeller, photographie

2001

altdorf, haus für kunst uri, bergland

2001

biel/bienne, bieler fototage. journées photographiques de bienne, landschaft(en)/die natur der dinge, paysage(s)/la nature des choses

2006

biel/bienne, photoforum pasquart, ufo. ein unsichtbares phänomen und seine bilder

2008

biel/bienne, stadtkirche, welt auf rädern

 

biel/bienne, bieler fototage. journées photographiques de bienne, bande à part

2011

olten, historisches museum, fotografie der gegenwart am jurasüdfuss

2012

biel/bienne, NMB, weggewaltzt, 360 jahre drahtindustrie in biel

 

photos: tollkirsche / distel (copyright heini stucki)